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in der Fassung für Streichquartett op.51 HOB XX:1 (1787)
Recitative aus dem gleichnamigen Oratorium HOB XX:
Ausführende: Paracelsusquartett
Hartmut Pascher - Violine
Volker Neubauer - Violine
Georg Schröfl - ViolaErnst Jankowitsch - GesangDie alljährliche Karsamstagaufführungen der "Sieben Worte"in der Pfarrkirche Ernstbrunn wurden 1980 von den Wiener Philharmoniker Prof. Wilhelm Hübner ins Leben gerufen.
Haydn hat das Werk 1787 für Orchester, in sieben langsamen Sätzen in Sonatenform konzipiert, von denen jeder auf eines der Worte geschrieben, denen eine Introduzione vorangestellt ist. Den Abschluß bildete „Il terremoto“, das in der Bibel geschilderte Erdbeben in der Todesstunde Christi, für welches Haydn zusätzlich Pauken und Trompeten einsetzte.
Den aus dem Evangelium entlehnten, lateinischen Text der „Sieben letzten Worte Christi am Kreuze“ ließ Haydn jeweils an Satzanfang unter die Themen der führenden Instrumentalstimme schreiben. Diese Fassung erlebte am 26.3.1787 ihre Wiener Erstaufführung im Palais Auersperg.
Ein zeitgenössischer Kritiker beschreibt 1788 diese Instrumentalpassion wie folgt:
„Es ist sonst eine mißliche Sache um musikalische Charakterstücke, aber wer auch nur ein mittelmäßiges Gefühl hat, der wird es beinahe bei jeder Note errathen können, was der Tonsetzer damit ausdrücken wollte.“
Haydn selbst schätzte diese „Musica instrumentale“ sehr und hielt sie für würdig, auch ohne liturgischen Anlaß bestehen zu können. So erschien auch die Streichquartett-fassung bereits 1787, zusammen mit der originalen Orchesterfassung und dem Klavierauszug bei Artaria in Wien. Um 1800 zählten die „Sieben Worte“ bereits zu den beliebtesten Werken Haydns.
Dennoch verfaßte Haydn wenige Jahre später auch eine oratoriumartige Vokalversion der „Sieben Worte“, zu welcher G. van Swieten den Text verfaßte. Angeregt zu dieser (1801 bei Breitkopf & Härtel in Leipzig erschienenen) Fassung für Soli, Chor und Orchester wurde Haydn durch eine ebenfalls vokale Bearbeitung des Passauer Dom-kapellmeisters Joseph Fri(e)bert(h) (geb.1736 in Wullersdorf, NÖ). Als Haydn 1795 auf seiner zweiten Londonreise in Passau eine Übernachtung einlegte, hörte er zufällig eine Aufführung, die Frieberth - ein Freund Haydns und früheres Mitglied des Esterhazy-’schen Hoftheaters - mit Worten unterlegt hatte.
Bereits im Jahr 1796 wurde diese Fassung bei den „Associierten Cavalieren“ (einer Gruppe um van Swieten) in Wien im Palais Schwarzenberg aufgeführt, am 27.Oktober 1797 erstmals in Eisenstadt.
Am Palmsonntag des Jahres 1798 fand im Beisein der kaiserlichen Familie eine Aufführung dieser Fassung anläßlich der Osterkonzerte der Wiener „Tonkünstler-Societät“ statt. Haydn dirigierte die Aufführung selbst und erzielte einen überwältigenden Erfolg. Im Tagebuch des Esterhazy’schen Hofangestellten Rosenbaum ist darüber zu lesen: “Haydn wurde mit dreimaligen Klatschen empfangen und so auch am Ende begleitet.“
Auch bei seinem letzten Auftreten in der Öffentlichkeit, am 26.Dezember 1803 im Redoutensaal dirigierte Haydn die „Sieben Worte“ in der zweiten Fassung. Wie fast immer in seinen letzten Lebensjahren stellte er den Erlös karitativen Zwecken zur Verfügung.
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